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House Made of Butter Perormance 2021
Paul Gehri, Performance, 2021, House Made of Butter

Im Augenblick ist Paul Gehri Diplomand an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Else Gabriel. Außerdem ist er als „Special Boy“ Gast der Performance-reihe TOTER SALON von Sophia Süßmilch und Lydia Haider an der Volksbühne Berlin. In seinen Arbeiten verhandelt Paul Gehri die Formen und die Intentionen Menschlicher Interaktion mit der materiellen- und organischen Welt, versucht die Regeln von Objekt und Material zu verstehen und die Fremdheit zwischen Subjekt und Objekt zu erfassen. Seine Laufbahn begann der Künstler in der ländlichen Crustpunk-Szene in Süddeutschland, und so ist in seinen Arbeiten ein gewisses Interesse an Schmutz und Patina, Korrosion und Zerfall, Stacheln und Sozialem, genauso wie eine tiefe Liebe für alles was wächst und Früchte trägt spürbar.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Meine Arbeiten sind schon geprägt von einem liebevollen und behutsamen Blick auf die Welt. Das wichtigste Werkzeug zur Erschließung der Welt ist für mich der Tastsinn, die Haptik, und dass sieht man auch in den Arbeiten. Ich glaube aber ehrlich gesagt dass mein Stil noch nicht so verfestigt ist dass ich in wenigen Sätzen beschreiben könnte was mein Kunstschaffen in der Masse ausmacht und verbindet, was ich auch diesem Moment im Leben, Studienabschluss und Aufbruch in eine neue Selbstständigkeit, angemessen finde. Es sind eher die oben genannten Eigenschaften, zusammen mit bestimmten Interessen und Eigenheiten meinerseits, vielleicht auch Interessensgebieten, die als Handschrift sichtbar werden. So ein bisschen Arte povera, ein bisschen Expressionismus, Antiform und Softness, so was. Das Ziel ist den Arbeiten viel Gefühl zuzugestehen, und gleichzeitig sperrig zu bleiben. Inhaltlich und materiell.

Womit beginnst du deine Arbeiten? Wie entstehen diese?
Unterschiedlich. Aber ich überlege oft zuerst welches Material mich interessiert, dann überlege was da hinein soll in die Arbeit, an Erzählung, Materialität, Emotion, welche Dimensionen, Zeitlichkeit und Temperatur, und formuliere dass dann beim Arbeiten weiter aus. Es ist mir auch daran gelegen das verkopfte und die ganzen Abgrenzungsbedürfnisse die ich habe mit Spiel und Witz ein bisschen auszukontern.

Wo fühlst du dich in Karlsruhe am wohlsten?
Bei Freund*innen im Atelier. Da hab ich das Gefühl ich bin zuhause, obwohl dort nichts mir gehört.

Toter Salon 4 – Wollust. Was machst einen Special Boy aus?
Der Wille zu dienen und einen guten Job zu machen. Gut aussehen und Bühnenpräsenz hilft, genauso wie die Bereitschaft sich Schmutzig zu machen.

Les Rencontres de la photographie, Arles
Mimikri und Attavismus, 2020

Was ist „Endlagerromantik“?
Endlagerromantik ist vielleicht dreierlei: Zuerst einmal ist es der Name einer Onlineplattform, eines Medienkollektivs, eines Komitees. Endlagerromantik ist ein Sonnenaufgang über einer Müllhalde, Endlagerromantik ist ein Garten in den Ruinen der Welt. Endlagerromantik ist außerdem ein Begriff und hat viel mit dem Atommüll-Endlager zu tun. Das Atom-Endlager ist ein großes unhaltbares Versprechen, mit der die Politisierung einiger Generationen eng verknüpft ist, ein Oxymoron, das wir uns aneigneten, um es in den Griff zu bekommen. Auch der Begriff „Romantik“ ist ja stark ambivalent, als Epoche der Geburt des Deutschen Nationalismus, des Romantischen Liebesideals, aber auch Romantik als Pathosmoment, dem mensch sich schwer entziehen kann. Und zum Schluss ist Endlagerromantik eine Keimzelle, ein Samen, eine Hoffnung, dass aus diesem ganzen Chaos etwas sprießen kann was am Ende, im Rückblick, Blüten der Sinnhaftigkeit trägt.

Holzschnitte 2021
Holzschnitte 2021

Woran arbeitest du gerade?
Im Augenblick arbeite ich an meiner Diplomarbeit, und nebenher plane ich den Umzug in die Bayrische Provinz. Für die Diplomausstellung im Sommer mache ich eine Arbeit mit Installation und Performance, dabei wird eine Bronzeplastik eine Rolle spielen, und es geht so grob darum dass das Andere, das nicht-Eigene, also quasi alles, Tier, Objekt, Pflanze, Kunstwerk, einem immer fremd gegenübersteht, und genauso wie wir die Welt anschauen, genauso schaut da auch immer was zurück, vor allem wenns Augen hat. Und diese Fremdheit birgt ja immer so ein gewisses Potential, dass wir überrascht werden. Damit beschäftige ich mich schon über einen längeren Zeitraum, mit dem Potential von Kunstwerken jetzt ganz konkret, und diese Arbeit ist einer von vielen Schritten in diesen Möglichkeitsraum des unzugänglichen hinein.

Künstler Paul Gehri
Künstler Paul Gehri

Im Sommer ist die Arbeit in Berlin zu sehen. Der Umzug nach Niederbayern ist dann kurz nach dem Abschluss im August geplant, ich ziehe auf einen alten Vierseithof im Landshuter Umland, das Hofsyndikat Angersdorf, wo Freund*innen von mir seit ein paar Jahren ein Hausprojekt aufbauen und wo neben lokaler Vernetzung und politischer Bildung auch Atelierräume entstehen und Kunst gemacht wird. Gewissermaßen ist das eine Rückkehr zu meinen Wurzeln, aber auch ein Aufbruch an einen Ort wo Kunst nicht so allgegenwärtig ist wie in Berlin, und wo es gewissermaßen einen Bedarf zu stillen gibt. Darauf freue ich mich.

Paul Gehri – www.instagram.com/p.gehri/

Ebru Duruman has studied high school at ENKA Schools, Istanbul and has been awarded with the honorary ART Award in 2010. She has graduated from Rhode Island School of Design (RISD) in 2015.

C/20 is an association for international curatorial practice co-founded in 2020 by Paula Marschalek and Alexandra Steinacker. The focus of C/20 is to bring arts and culture closer to the community.

Am Beginn stand eine Forschungsreise ins Tropical Island Resorts, einer im Landesinneren Deutschlands situierten, künstlichen Strandurlaubsoase. Fasziniert von der künstlichen Erschaffung des Südseetraums.

“Search for Your People” is a name of a Telegram channel containing photos of killed and captured Russian Armed Forces in Ukraine. The image of a teared apart soldier was found in that Telegram group.

Raising Hands ist ein partizipatives Kunstprojekt von Julia Bugram, das zwei sich helfende Hände aus einer Million 1-Cent-Münzen zeigt. Eineinhalb Meter hoch, drei Meter breit und zwei Meter tief.

Das diesjährige Team des kunst.wollen Festival hat erneut ein spannendes und vielseitiges Programm zusammenzustellen. Es wird vom 19. bis 21. Mai 2022, bei verschiedensten Institutionen in Wien stattfinden.

I often get lost in the search for exhibitions that take place abroad. Through the platform Current Athens, I learned about the show „Bread and Digestifs“. The art space, Callirrhoë is relatively new, and when I see the pictures and the area, the place reminds me strongly of my hometown Tirana.

Marc Sparfel is a French artist, living and working in Barcelona for more than 20 years. He spent his childhood in the countryside, in front of the sea. His first contact with art was through his father’s books.

For her first show she created a portrait series of Leonardo DiCaprio exhibited paired or grouped with self-portraits. Rendered in small format, against the plain background, the protagonists appear cut out of context.

Sie wollen beim angeregten Tischgespräch zum aktuellen Kunstthema mitdiskutieren können? In unserem Podcast „Ausgesprochen Kunst“ gibt Alexander Giese Einblicke in die Kunstszene.

There are four big paintings up now at his first ever exhibition of his work, presented by WasserWasser³ at Tonlager. Three are bright red, like American fire engines, and one is black and white with fleshy drips.

Art on a Postcard is proud to present the third edition of its annual International Woman’s Day Auction, featuring work by leading established and emerging female identifying talent.

Florian Lang beschäftigt sich in seinen collagierten Malereien und Videos mit der Diskrepanz zwischen dem individualisierten Drang zu Selbstinszenierung der Menschen und deren Verlorengehen in der Masse.

What makes a manifesto? What constitutes activism? And can there even be such a thing as a “silent manifesto” or does it remain contradictory? Those are the questions of the exhibition.

Als Auftakt zu einer neuen Ausstellungsserie im OFF-Space „Obolo“ zeigten Eva Yurková, Tina Graf und Anna Riess unter dem Titel „Sonntag Nachmittag auf der Insel“ eine Gruppe an Arbeiten.

In einer Zeit in der die Kreativität als gesellschaftlicher Leitwert die Unterscheidungen zwischen oben und unten, Original und Kopie verwischt, drängt die kreative Maschine hin zu einer dritten Instanz von Natur.