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Künstlerin Julischka Stengele
Julischka Stengele, Riots Not Diets, 2016, SISTERS, Vienna Austria, Foto © Anna Konrath

Ihr mit dem H13 Niederoesterreich Preis für Performance ausgezeichnetes Projekt BALLAST | EXISTENZ beschäftigt sich unter anderem damit, wie in Zeiten der Covid- 19-Krise bestimmte Bevölkerungsgruppen als gesellschaftliche und wirtschaftliche Belastung dargestellt werden. Stengele setzt sich kritisch mit der medialen und realpolitischen Entwertung derjenigen auseinander, die dem derzeit erwünschten Leistungsbegriff nicht entsprechen. Sie zieht Parallelen zwischen dem faschistoiden Mythos vom gesunden, leistungsfähigen Körper und der permanenten Ausbeutung der Ressource Mensch in einer kapitalistischen Gesellschaft und verknüpft diese mit der aktuellen, von der Covid-19-Pandemie geprägten Situation. Denn die elementare Frage, die sich in Diskussionen über „Risikogruppen“ stellt, und die niemand direkt ansprechen will, lautet: Wer ist verzichtbar?

Stengele beschreibt sich selbst als „unapologetically fat, queer and femme/inist“. Selbiges lässt sich auch über ihre künstlerischen Arbeiten sagen. Ihren Körper verwendet die Künstlerin dabei als Material, Ausstellungsobjekt und Bühne gleichermaßen.

Künstlerin Julischka Stengele
Julischka Stengele, Fettverteilung (Kuchenobjekt), 2015, Domenig Galerie, Wien, Foto © Teresa Novotny

Der H13 Niederoesterreich Preis für Performance wird 2020 zum bereits 14. Mal vom Kunstraum Niederoesterreich vergeben. Ziel ist es, die Vielfalt der performativen Arbeiten von Künstler_innen in den Fokus zu rücken und dem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Die Dotierung des Kunstpreises wurde dieses Jahr erstmalig auf € 5.000 erhöht. Es ist der einzige in Österreich verliehene Preis für Performance-Kunst als Medium der bildenden Kunst.

Jurystatement
„Julischka Stengeles Projekt BALLAST | EXISTENZ thematisiert die Doppeldeutigkeit des Begriffs Performance: Performance als gesellschaftlicher Leitbegriff für Leistung und Performance als künstlerisches Medium. Wer muss, wer darf und wer kann Leistung erbringen, gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie? Die Künstlerin bringt in der Performance, die am 3. September 2020 im Kunstraum Niederoesterreich präsentiert wird, aktuelle Fragen des Zusammenlebens auf den Punkt: Welche Körper werden, besonders in diesen Tagen, als Last verstanden? Wie kann Solidarität, wie kann Relationalität zwischen Körpern gedacht werden, wenn physical distancing das Gebot der Stunde zu sein scheint? Julischka Stengeles künstlerische Arbeit zeichnet sich, wie sie selbst sagt, durch unmissverständliches Eintreten für eine queere, feministische und body-positive Praxis aus. Der H13 Niederoesterreich Preis für Performance geht in diesem Jahr an eine Künstlerin, die als laute Fürsprecherin für Diversität in der Gegenwartskunst verstanden werden muss und die mit ihren Performances und kuratorischen Projekten die Wiener Kunstszene kompromisslos und kämpferisch bereichert hat.“

Julischka Stengeles künstlerische Arbeit zeichnet sich, wie sie selbst sagt, durch unmissverständliches Eintreten für eine queere, feministische und body-positive Praxis aus.

Künstlerin Julischka Stengele
Julischka Stengele, Bodies of Water (TQW studio version), 2020, Tanzquartier Wien,Foto © Magdalena Fischer

Die Künstlerin
Julischka Stengele lebt in Wien und betätigt sich international als Künstlerin, Performerin, Textproduzentin, Kulturschaffende und Kuratorin von Performancekunstveranstaltungen sowie als Lehrende und in der freien Bildungsarbeit. Nach einer hauswirtschaftlichen Berufsausbildung in Karlsruhe studierte sie Design, Fotografie, bildende Kunst, Performance sowie Queer- und Genderstudies in Berlin, Helsinki und an der Akademie der bildenden Künste Wien (Mag. art. mit Auszeichnung, 2015). Stengele versteht ihr Kunstschaffen als gesellschaftliches Engagement. Ihre vielfältige Arbeit beschäftigt sich mit den Mechanismen und Auswirkungen gesellschaftlicher Machtverhältnisse, Stigmata und ideologischer Normierungen auf Körper und Geist sowie Möglichkeiten zu deren Emanzipation mit den Mitteln der Kunst. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Medien, jedoch vorwiegend im Bereich der performativen Kunst. Unter dem Titel leib&leben schreibt Stengele eine regelmäßige Kolumne für das feministische Magazin an.schläge. Ihre Arbeiten wurden bereits in über 20 Ländern weltweit gezeigt und erhielten zahlreiche Anerkennungen, darunter u.a. das START-Stipendium für Bildende Kunst des Österreichischen Bundeskanzleramts (2016), das Norbert-Klassen-Stipendium und die BONE Performance Art-Residency in Bern (2017) und die ImPulsTanz TURBO Research-Residency (2019). Im September 2019 veranstaltete Stengele im Rahmen der Wienwoche das queere Performancefestival Femmes Against Fascism im Otto-Wagner-Spital.

Künstlerin Julischka Stengele
Julischka Stengele, SUIT, 2009, BERLINER KUNSTSALON, Foto © Julischka Stengele

Die Jury: Katharina Brandl (künstlerische Leiterin Kunstraum Niederoesterreich), Astrid Peterle (Performance-Kuratorin donaufestival und Chefkuratorin am Jüdischen Museum Wien), Stefanie Sourial (Performance-Künstlerin), Luisa Ziaja (Kuratorin für zeitgenössische Kunst, Belvedere 21)

Termine:
Ausstellung: Freitag, 04.09 bis Samstag, 12.09.2020
Pressegespräch: Mittwoch, 02.09.2020, 10:00 Uhr
Performance und Preisverleihung: Donnerstag, 03.09 2020, 19:00 Uhr
Artist Talk: Samstag, 12.09.2020, 13:00 Uhr (mit Stefanie Sourial)

Adresse und Kontakt:
KUNSTRAUM NIEDEROESTERREICH
Herrengasse 13, A – 1010 Wien
www.kunstraum.net

Sebastian Rzepa ist ein junger Künstler aus Wien. Inspiriert von seinem Großvater begann er sich für Kunst zu begeistern. Nach seinem ersten Bild dachte er sich auf gut Wienerisch nur leiwand.

Martin Veigl fokussiert in seiner Malerei den Menschen und seine Umgebung. Er entreißt Details dem rauschenden Alltag, entschleunigt sie und macht die Fragilität des erlebten Moments spürbar.

Susan Carr attended The School of The Museum of Fine arts Boston in Massachusetts USA and Tufts University. On a school trip she traveled to Paris with some of her scholarship award money.

4 KünstlerInnen haben sich mit dem Thema der Reflexion auseinandergesetzt und stellen von 21.-31. August im Cafe im Raimundhof aus. Die Thematik des Reflektieren wurde anhand von figurativen Darstellungen.

Aktueller Band: 269 Entzauberte Globalisierung. Während des von der Bevölkerung verständnisvoll mitgetragenen Lockdowns wurde der Laptop-Screen zum verkleinerten Fenster zur Außenwelt.

Brian Harte works mainly with large scale canvases and is concerned with the investigation of composition and the relationship between abstraction and figurative painting, relating to the tradition of British painting.

Hannah Neckel ist eine new media Künstlerin, mit ihren Wurzeln im Internet. Ihre Multimedia-Arbeiten beschäftigen sich mit der Verschmelzung unserer Wahrnehmung durch Online- und Offline-Welten.

Sabin Meco hat albanische Wurzeln und ist in einer konservativen Arbeiterfamilie groß geworden. Seitdem er mit 16 die Schule abgebrochen hat springt er bis heute zwischen prekärer Lohnarbeit und Arbeitslosigkeit.

Julia Haugeneder diplomierte im Juni 2019 an der Akademie der bildenden Künste Wien 2019. Ihre Arbeiten sind eine Kombination aus Druckgrafiken vermischt mit Objekten aus Buchbinderleim.

FULL CIRCLE präsentiert als Teil des IV. Aktes Arbeiten von Florian Lang, Kathrin Isabell Rhomberg und Katrin Weidhofer. Diese treten in Kommunikation mit dem sich in stetiger Veränderung befindenden.

Sigrid Langrehr inszeniert in ihrer Kunst Versatzstücke ihrer Selbst. Ihr Körper tritt uns als performative Figur der Medienwelt in einer Videoinstallation entgegen oder wird mittels Fotografie zerlegt.

Kathrin Isabell Rhomberg lebt in Wien und Salzburg. Ihre Arbeiten befragen das Verhältnis von Künstlichkeit und Natürlichkeit im Zeitalter des Anthropozäns anhand des Motivs des Faltenwurfs.

Joachim is an artist from Antwerp. In the years that followed, he spent a lot of time experimenting with various approaches to graffiti and managed to introduce himself into street art scene relatively quickly.