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Bereits über 70 Jahre zuvor äußert Maurice Denis zur Malerei, ein Bild sei noch bevor es irgend etwas darstellt, „im wesentlichen eine plane Fläche, die in bestimmter Ordnung mit Farben bedeckt ist.“ Die Frage nach den grundlegenden Bedingungen der Medien der Kunst erfährt heute mit der fortschreitenden Mediatisierung der Welt eine neuerliche Zuspitzung, die in der Gegenüberstellung von Malerei und Skulptur von Julia Brennacher und Julia Haugeneder produktiv gemacht wird. Es sind nicht nur die offensichtlichen Schnittstellen zwischen den Medien, etwa die Verräumlichung der Farbe und Bildhaftigkeit der Objekte, die in der Konstellation der beiden Positionen so wunderbar zutage treten, sondern Aspekte von Bewegung und Performativität, die hier virulent werden.

galerievonier JULIA BRENNACHER + HAUGENEDER
galerievonier JULIA BRENNACHER + HAUGENEDER

Julia Haugeneder arbeitet mit Buchbinderleim, den sie mit Pigmenten und Gips mischt und flächig ausschüttet, um die so entstandenen dünnen Folien anschließend zu handlichen Päckchen zu falten, die teilweise mit Verpackungsmaterial, mit Luftpolsterfolie gefüllt sind. Sie lenkt das Ausufernde, Informelle in geregeltere Bahnen und bringt das Ergebnis der Schüttung in eine gewisse Ordnung. Die prozessorientierte Formgebung ist unmittelbar nachvollziehbar, läßt sie sich doch mit alltäglichen Handlungen abgleichen, wie etwa Strudelteig ziehen und einschlagen, Wäsche falten etc.. Man ist als Rezipientin versucht, die Objekte eigenhändig zurecht zu rücken und ihre taktilen Eigenschaften zu testen. Form und Anordnung im Raum können durchaus gegenständlich gelesen werden und erinnern in Salzburg nicht von ungefähr an Tortenstücke von Tomaselli. Zunächst einmal sind sie aber eine Auseinandersetzung mit dem Material, Folgen von Aktivitäten, die sich in der Dynamik von Umsetzung und Rückkopplung in den Faltungen manifestieren.

Vergleichbar ist die Geste in Julia Brennachers seriell angelegten Arbeiten weniger Ausdruck als Organisation in den Grenzen des Bildfelds, in dem sie sich ausdehnt.

Sie folgt den Möglichkeiten, die sich aus den Bedingungen, Format, Leinwand, Malmittel ergeben. Und sie beobachtet sich dabei. Die Linie stellt sich als Linie aus. Die malerische Spur führt durch den geschichteten Bildraum. Sie delegiert die Denkbewegung, die sich in ihr ausdrückt, zurück an die Betrachterinnen. Diese erfahren die eigene Wahrnehmung als Bewegung, die zudem über die einzelne Arbeit hinaus geht und von Bild zu Bild Verknüpfungen herstellt – „visuelle Seilschaften“ wie Brennacher sagt. Damit rückt die gesamträumliche Präsentation wieder ins Blickfeld. Es wurde eben nicht nur Farbe auf Flächen verteilt. Sie entfaltet sich in den Raum und darüber hinaus. Einige Bilder stehen auf Sockeln und lehnen an der Wand. Sie verweisen wie die Skulpturen von Julia Haugeneder auf Handlungen im Atelier, denn dort werden sie üblicherweise auf kleinen Holzklötzchen abgestellt.

Der Ausstellungstitel JULIA suggeriert eine Art Verwandtschaftsverhältnis der Arbeiten, die dessen ungeachtet einige Unterschiede offenbaren. Aber innerhalb eines dialogischen Settings begegnen sie sich zugleich komplizenhaft und kontroversiell. Genau das ist es, was Kunst kann: Ambivalenzen provozieren, statt sie zuzuschütten, kommunizieren, vergleichen, vervielfältigen, auffächern, differenzieren…

Ausstellungsdauer:
21. Oktober – 5. Dezember 2020

Adresse und Kontakt:
Galerie Sophia Vonier
Wiener-Philharmoniker-Gasse 3
5020 Salzburg
www.galerievonier.com

Andreea Albani is a visual artist based in Bucharest, who worked for the last 3 years in Paris and completed her studies (BFA and MFA in Painting) at the National University of Arts in Bucharest in 2011.

Navot Miller focuses on intimate interactions and the queer aspects of banal, uneventful encounters. Throughout his life, he has always been fascinated by visuals and sound as a way of expressing ideas.

Anna Sampson is a self-taught photographer who shoots on film and prints in the darkroom. She graduated in 2015, where the central focus of her work was a series of portraits, titled Gender Trouble.

Oriana Gerez is a Venezuelan-American visual artist based in Miami, Florida. Major themes in her work include dreams, the subconscious and pop art. Her works are represented in various galleries.

By mixing pigments with binder – egg yolk for tempera, acrylic polymer emulsion for acrylics; and oil for oil colors. Where choice of pigment defines a color’s hue, the binder defines the color’s texture.

DIE KUNSTSCHAFFENDEN feiern 2020 ihr 75-Jahr-Jubiläum. Aus diesem Anlass werden in diesem Jahr Sonderausstellungen im Atelierhaus Salzamt zum Thema „Feiern mit Freunden“ gezeig.

Astrid Rausch ist Malerin, wurde in Innsbruck geboren und lebt in Wien. Ihre Bilder entstehen prozesshaft aus Farbschichten aus Öl und Pigment und zeigen assoziative Figuren, Räume und Landschaften.

Das Ausstellungskonzept Nabe wurde als Teil einer raumgreifenden Installation für die Parallel Vienna geschaffen. Die gebaute Ausstellungshöhle bearbeitet hierbei als prophetisches Orakel.

The selection is based on the creation of two artists from generations: the postwar context represented by Vladimir Setran and Andreea Albani which represents the ultra-contemporary segment of the gallery.